Vielfalt im Alltag

Queer Space erklärt’s

Vielfalt zum Mitnehmen

Queere Menschen sind Teil unserer Gesellschaft. Jeden Tag. Überall. Auf dem Wochenmarkt, im Café, in der Schule, im Büro, im Verein, in der Nachbarschaft – Vielfalt begegnet uns überall. Und doch sind queere Lebensrealitäten für viele Menschen noch immer unsichtbar oder mit Fragen und Unsicherheiten verbunden. Queere Menschen erleben deshalb im Alltag Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt.

Mit „Vielfalt zum Mitnehmen“ möchten wir queere Sichtbarkeit mitten in den Alltag bringen. Die Einkaufstaschen machen auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aufmerksam, geben Wissen weiter und laden dazu ein, eigene Vorstellungen und Annahmen zu hinterfragen.

Denn nicht jede Person ist heterosexuell. Nicht jede Person identifiziert sich mit dem Geschlecht, das ihr bei der Geburt zugewiesen wurde. Und nicht jede Lebensgeschichte lässt sich in die Kategorien „weiblich“ oder „männlich“, „hetero“ oder „homosexuell“ einordnen. Vielfalt hat viele Gesichter.

SPOTLIGHT Pforzheim - Die ist ein Bild vom CSD - Es sind viele Menschen mit bunten Fahnen zu sehen.

Schön, dass du hier bist.

Schau dich um, informiere dich und nimm Vielfalt mit in deinen Alltag.

Schon gewusst?

Auf dieser Seite findest du Informationen rund um sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und queere Lebensrealitäten. Wir erklären wichtige Begriffe, machen Vorurteile sichtbar und geben Impulse für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander.

Dabei geht es nicht darum, alles wissen oder verstehen zu müssen. Es geht darum, offen zu bleiben, Fragen zu stellen, zuzuhören und die Selbstbestimmung jedes Menschen zu respektieren. Denn Sichtbarkeit schafft Wissen. Wissen schafft Verständnis. Und Verständnis kann Begegnung möglich machen.

SPOTLIGHT Pforzheim - In diesem Bild sind die Arme einer Person an einem Schreibtisch mit Flyern zum Thema Sexarbeit zu sehen.

Sexuelle Orientierung

Die sexuelle Orientierung beschreibt, zu wem Menschen sich sexuell und emotional hingezogen fühlen. Also in wen sich Menschen verlieben oder/und hingezogen fühlen.

Geschlechts­identität

Die Geschlechtsidentität ist das Geschlecht oder die Geschlechter mit dem ein Mensch sich identifiziert. Diese muss nicht mit dem übereinstimmen, welches bei der Geburt zugewiesen wurde. Geschlechtsidentität beschreibt die eigene Wahrnehmung, das innere Wissen und eigene Empfinden einer Person, ob sie sich als Mann, als Frau oder außerhalb dieses binären Schemas (zum Beispiel als nicht-binär) wahrnimmt.

Geschlecht ist mehr als männlich oder weiblich.

Nichtbinär ist ein Geschlecht. Nicht binär bedeutet weder (nur) männlich noch (nur) weiblich, sondern zum Beispiel dazwischen, oder ganz anders.

Geschlechter und ihre Vielfalt sichtbarer machen

Der Sinn vom Sternchen (Gender Stern) in Texten oder Sprache ist, alle Geschlechter und ihre Vielfalt sichtbarer zu machen – denn die Art, wie wir schreiben und sprechen, beeinflusst auch die Art, wie wir denken.

Die Ansprache in der männlichen und weiblichen Form in Texten und Sprache kann Menschen ausschließen, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können oder wollen. Um dies zu vermeiden, wird das Sternchen/Gender-Stern genutzt.

Trans*
Non-Binary
Agender
Inter*
Queer

Trans*

Trans* Menschen sind Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Das Gegenteil von trans ist cis. Cis beschreibt eine Person, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihr bei der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wurde.

Trans* ist kein Trend und auch keine Phase. Dass sich mehr Leute als trans* outen, heißt nicht, dass es das früher nicht gab. Heute bekommen mehr Menschen die Informationen, die sie brauchen, um zu erkennen, dass sie trans* sind. Sie finden Worte für das, was sie fühlen und wahrnehmen. Und mehr Menschen fühlen sich sicher genug, um sich als trans* zu outen, weil Transgeschlechtlichkeit sichtbarer geworden ist, und weil trans* Personen mehr Unterstützung bekommen. Und das ist gut und wichtig!

Trans* Sein ist nichts Schlechtes oder Gefährliches, ganz im Gegenteil. Eine Gesellschaft, in der alle so leben können, wie sie sind und wie es sich für sie richtig anfühlt, kommt allen Menschen zugute – egal ob trans*oder cis.

Non-Binary

Non-binary ist ein Überbegriff, der Menschen beschreibt, deren Geschlechtsidentität nicht in die traditionellen Kategorien von „männlich“ oder „weiblich“ passt. Non-binary-Personen identifizieren sich also nicht ausschließlich als männlich oder weiblich, sondern können sich in unterschiedlichen Weisen mit Geschlechtern außerhalb dieses binären Systems verbinden.

Es gibt viele verschiedene Arten, non-binär zu sein, und die genaue Definition kann je nach Person variieren. Non-binary zu sein bedeutet, dass das eigene Geschlechtserleben auf eine Art und Weise nicht in die binären Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ passt. Manche non-binäre Menschen empfinden sich beispielsweise als eine Mischung aus beiden Geschlechtern, als ein fließendes Geschlecht oder als weder männlich noch weiblich.

Agender

Agender bezeichnet eine geschlechtliche Identität, bei der sich eine Person weder als männlich noch als weiblich fühlt oder überhaupt keinem Geschlecht zugeordnet ist. Menschen, die sich als agender identifizieren, empfinden also keine Zugehörigkeit zu den traditionellen Geschlechtskategorien und sehen sich selbst als „geschlechtslos“.

Agender wird oft als Teil der breiten nicht-binären Geschlechtsidentitäten betrachtet, was bedeutet, dass es außerhalb der traditionellen binären Geschlechterkategorien von „männlich“ und „weiblich“.

Inter*

Inter* Menschen sind Menschen, deren körperliches Geschlecht (beispielsweise die Genitalien oder die Chromosomen) nicht der medizinischen Norm von ‚eindeutig‘ männlichen oder weiblichen Körpern zugeordnet werden kann, sondern sich in einem Spektrum dazwischen bewegen. Bis heute werden inter* Kinder nach der Diagnose zu einem (meistens dem weiblichen) Geschlecht umoperiert mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und psychischen Problemen.

Queer

Im Englischen war ‚queer‘ lange Zeit ein Schimpfwort, insbesondere gegenüber schwulen Männern. Heute wird der Begriff aber meist positiv als Selbstbezeichnung gebraucht, vor allem von Menschen, die ihre Identität als ‚außerhalb der gesellschaftlichen Norm‘ ansehen. Außerdem kann queer als Überbegriff für Menschen benutzt werden, die nicht in die romantischen, sexuellen und/oder geschlechtlichen Normen der Gesellschaft passen.
Queer ist aber auch eine Theorierichtung und ein Wissenschaftszweig, in dem Schubladendenken aufgebrochen wird, verschiedene Unterdrückungsformen miteinander verknüpft gedacht werden sollen und insbesondere Sexualität als ein Ort der Unterdrückung untersucht wird.

Warum ist die Verwendung gewünschter Pronomen wichtig?

Pronomen sind keine Nebensache. Sie sind Teil unserer Identität.

Gender-Pronomen dienen dazu, die Identität und Selbstbestimmung einer Person zu respektieren, denn nicht jeder Mensch fühlt sich mit dem Geschlecht, dass ihm bei Geburt zugeordnet wurde, wohl. Durch die Verwendung der korrekten Pronomen können wir dazu beitragen, dass Menschen sich akzeptiert und wertgeschätzt fühlen. Es ermöglicht auch einen inklusiven und respektvollen Umgang mit allen Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten.

Pronomen sind ein zentraler Bestandteil unserer Sprache und Identität. Wenn wir die Pronomen verwenden, die eine Person für dich selbst gewählt hat, zeigen wir Respekt und Anerkennung ihrer Identität. Falsche Pronomen können verletzend wirken und das Gefühl vermitteln, nicht gesehen oder akzeptiert zu werden. Die richtige Verwendung trägt zu einem inklusiven und wertschätzenden Umfeld bei.

Du musst niemandem ansehen, welches Pronomen die Person verwendet. Wenn du dir unsicher bist, ob jemand männliche, weibliche, andere oder keine Pronomen nutzt, kannst du dein Gegenüber höflich und unter Nennung deines Pronomens danach fragen.

Was sind Neopronomen?

Neopronomen sind neu geschaffene oder weniger verbreitete Pronomen, die über die traditionellen „er/sie“ hinausgehen. Sie werden oft von Menschen genutzt, die sich nicht in binären Geschlechterkategorien wiederfinden.

Beispiele für Neopronomen sind:

  • xier/xies/xiem (Xier geht einkaufen. Ich habe xies gesehen. Ich helfe xiem.)
  • sie/siehn/siem
  • they/them (im Deutschen manchman übernommen, z.B. They sind hier.“)

Neopronomen ermöglichen es, Sprache an vielfältige Identitäten anzupassen und so mehr Inklusion zu schaffen.

Homophobie

Homophobie bezeichnet eine negative Haltung oder Abneigung gegenüber Menschen, die sich als homosexuell identifizieren, also zu Personen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen. Diese Vorurteile, Stereotype oder sogar feindseligen Einstellungen können sich auf unterschiedliche Weise zeigen – durch Diskriminierung, Ausgrenzung, Hass, Gewalt oder durch die Ablehnung von gleichgeschlechtlicher Liebe und sexuellen Orientierungen.

Transphobie

Transphobie bezeichnet negative Einstellungen, Vorurteile, oder Feindseligkeit gegenüber trans* Menschen, also Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Transphobie kann sich in verschiedenen Formen äußern, von verbalen Angriffen und körperlicher Gewalt bis hin zu subtileren, aber dennoch schädlichen Handlungen wie Ausgrenzung oder Diskriminierung.

Queere Menschen gehören zum Alltag.

Auf den Wochenmarkt. Ins Café. In die Schule. Ins Büro. Überall.

Queere Sichtbarkeit gehört dahin, wo das Leben stattfindet. Vielfalt muss nicht erklärt werden, um respektiert zu werden. Niemand sollte sich verstecken müssen, um dazuzugehören. Queere Sichtbarkeit gehört in den Alltag. Denn Sichtbarkeit schafft Zugehörigkeit und was sichtbar ist, kann selbstverständlich werden.

Kontakt zu uns

Wenn du Fragen hast, mehr wissen möchtest oder du dir Gedanken über deine Geschlechtsidentität machst, nicht sicher bist, auf wen du stehst oder genau weißt, dass du trans*, lesbisch, schwul, bi oder queer bist und Beratung suchst, dann melde dich gerne bei uns.

Was bedeutet Ally?

Wie kann ich queere Menschen unterstützen?

Du musst nicht queer sein, um für queere Menschen einzustehen.

Du weißt nicht, was du sagen sollst? Frag. Hör zu. Respektiere.

Queere Menschen brauchen keine Retter*innen. Sie brauchen Respekt und Verbündete. Je mehr du dich mit dem Thema beschäftigst, desto leichter wird es dir fallen, für dich und andere Menschen einzustehen. Und das ist wichtig, weil Diskriminierung krank machen und schwerwiegende Folgen haben kann.
SPOTLIGHT Pforzheim - Die ist eine beispielhafte Postgrafik des Social Media Pakets, das die Beratungsstelle zum Download bereitstellt.
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